Rollstuhlgerechte Toiletten

Der AFBM hat die Toiletten im Columbus Center mal unter die Lupe genommen. Wir haben heute sieben Toiletten getestet, sechs im Stadtteil Mitte und eine in Lehe. Fangen wir positiv an.
Ein sehr positives Beispiel ist die Toilettenanlage bei Karstadt, die im Restaurant des 1. OG untergebracht ist.
Die Toilette hat eine sich seitlich öffnende Tür, die man durch einen elektronischen Türöffner öffnen kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der Toilette, auf gut erreichbarer Höhe, sind zwei große Schalter angebracht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese sind farblich aber auch schriftlich gekennzeichnet. Der rote Button steht für das verriegeln und der grüne Button entriegelt und öffnet wieder die Toilettentür automatisch. Die Türbreite beträgt ca. 100 cm. Der Raum ist komplett gekachelt, und kann daher schnell und gut gereinigt werden. An beiden Seiten der erhöhten Toilette, sind stabile Haltegriffe. Den außenstehenden Griff kann man hoch und runter klappen, der Griff, der sich an der Wand befindet, ist fest installiert. Die Spülung ist an der Seite, genau neben der Wandhalterung angebracht, so kann man auch mit einer schweren Behinderung selbständig die Spülung benutzen.

Der Raum hat mehrere Notrufknöpfe, das gibt einem die Sicherheit, dass schnell Hilfe gerufen werden kann. Es ist ständig Personal vor Ort, so dass man nicht befürchten muss, dass man lange warten muss wenn wirklich mal etwas passiert. Das Waschbecken ist mit dem Aktivrollstuhl unterfahrbar bei manchen elektronischen Rollstühlen kann das Steuermodul etwas stören. Dennoch ist das Händewaschen möglich. Die Einmalhandtücher sind etwas schwerer zu erreichen.

Die Toilette ist während der Geschäftszeit von Karstadt geöffnet. Da zahlt man gerne die 50 Cent für die WC-Nutzung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das genaue Gegenteil ist die Toilette im Hanse-Carré.

Zur Toilette führt eine Rampe. Das ist allerdings auch schon das einzig Positive, was man zu dieser WC-Anlage sagen kann. Eine schwere Brandschutztür ist das erste große Hindernis auf dem Weg. Wenn man dort, mit sehr viel Mühe, durch ist, stellt man fest, dass man in einem Treppenhaus steht.

 

Dort befindet sich, auf der rechten Seite, die Rollstuhltoilette.
Da glaubt man jedoch an einen schlechten Scherz, denn einen Türgriff oder Türschloss gibt es nicht und somit gibt es keinen Weg zu den Toiletten.
Es ist nicht ganz klar, wer diesen (Schildbürgerstreich) ausgeheckt hat. Es ist dort auch keine Information angebracht, die eine Aufklärung geben würde, sodass wir uns die Mühen mit der schweren Tür hätten ersparen können.
Dafür kann es nur die Schulnote ungenügend geben.
Platz Note Toilette Begründung
1 1- Karstadt im Columbus Center

Alles ist optimal, nur das Waschbecken ist mit dem elektrischen Rollstuhl schwer unterfahrbar, und die Halterung des Handtuchbehälters ist schwer erreichbar.
2 1- Weserpassage Toilettenanlage

Alles neu und modern. Nur die erste Eingangstür ist schwer zu öffnen. Man muss den EU-Schlüssel drehen und gleichzeitig die Tür öffnen.
3 3 Toilettenhaus Fährstraße Ecke Löningstraße

Das WC Haus ist mit dem EU-Schlüssel zu öffnen, jedoch nicht elektrisch. Die Tür geht ist recht schwer und geht nach außen auf.
4 4 Mediterraneo

Das Problem ist bereits lange bekannt, die Toilettentürelektronik ist quasi nicht nutzbar. Eine glatte Fehlplanung. Ein Toilettengang ist für Rollstuhlfahrer ohne Hilfe kaum möglich.
5 4- WC Columbus Center

Die Toilette ist alt und wenig gepflegt. Kacheln sind abgeplatzt und die recht schwere Eingangstür ist durch die Rollstühle abgeschrabt. Es gibt 2 Haltegriffe die aber seit langem defekt sind
6 5+ Toilettenhaus Hafenstr. Ecke M.-Schwoon Str.

-Runter klappbarer Haltegriff defekt. Nicht mehr nutzbar.

-Waschbecken defekt.

-Licht defekt.

-fehlende Kacheln.

-fehlende Abdeckung hinter der Toilette. LOCH!

-sehr dreckig

7 6 WC Hansecarré

-Schwere Zwischentür

-Keine Beschilderung an der Zwischentür

-An der ausgewiesenen Tür für das Behinderten WC gibt es keinen Griff um diese zu öffnen. Es gibt auch keinen schriftlichen Hinweis ob, oder wo es den Türgriff gibt.

 

Die Toilettenanlagen stammen insgesamt aus mehreren Jahrzenten. Seit rund dreißig Jahren werden erst die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung wahr genommen. Wenn es in den 1980ern nur eine Toilette in der Innenstadt gab, nämlich die bei Karstadt, gibt es heute sechs. Dieses ist bereits eine gute und positive Entwicklung. Auch mehrere Restaurants oder Ärztegebäude haben in der Innenstadt Toiletten für Menschen mit Behinderung. Auf diese wird der Verein später eingehen. Denn der heutige Tag kann und wird nur ein Anfang gewesen sein.

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