UN Behindertenrechtskonvention

Noch nicht aber könnte bald wahr werden!?

 

Anfang September 2014 rief mich der Amtsleiter vom Amt für Menschen mit Behinderung Bremerhaven, Lars Müller, an und erzählte mir, dass er, zusammen mit Stadtrat Parpart, eine Begehung am Deich und im Mediteraneo machen möchte, damit die nicht barrierefreien Orte, erkannt und im besten Sinne auch gebannt werden können.

Die UN Die Behindertenrechtskonvention soll nun auch in

Bremerhaven umgesetzt werden.

UN-Behindertenrechtskonvention

behindertenrechtskonvention.info

Barrieren sollen vermieden oder beseitigt werden. Damit auch Menschen mit Behinderung sich in ihrer Stadt, frei bewegen können und sich am öffentlichen Leben beteiligen können. Was beileibe leider noch nicht der Fall ist.

Lars Müller fragte, ob ich an dieser Begehung teilnehmen möchte. Da habe ich, selbstverständlich, sofort zu gesagt.

Denn wer könnte die Mängel besser aufzeigen als die Betroffenen selbst.

Dieser Meinung waren auch Lars Müller und der Stadtrat Uwe Papart. Am 16.09.14 um 10:00 Uhr, trafen sich, Silvana Nowacki, erste Vorsitzende, Michael Muntau, Mitglied AFBM e. V. und Fotograf, Rollstuhlfahrer von der Lebenshilfe und ihre Begleitung,

Stadtrat und Amtsleiter am Lloyd Café in Bremerhaven um die Begehung zu starten und die Stadt einmal aus unserer Sicht zu beurteilen.

 

Die ersten barrierenunfreundlichen Toiletten und Rampen wurden schnell „entlarvt“. Die Behindertentoilette neben dem Lloyd Lokals z. B. muss mit dem Euroschlüssel geöffnet werden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Euroschlüssel

Für einen E-Rollstuhlfahrer war das eine unlösbare Aufgabe.

Die Tür geht nach außen hin auf, sobald man den Schlüssel herumdreht, hat er nicht mehr die Möglichkeit schnell genug der Tür auszuweichen. Auch die Rampen am Deich sind viel zu steil, als das Sie aus eigener Kraft bewältigt werden könnten. Das Lokal am Ende des Deiches am Strandbad, kann von Rollifahrern gar nicht genutzt werden, da sich dort nur Treppen befinden.

Die Tür im Mediteraneo, von der Museumsseite aus, hat keinen elektrischen Türöffner und stellt somit auch eine

Barriere dar, genauso wie die Toilette.

Wie schon im Artikel, AFBM e. V., beschrieben.

Der elektrische Türöffner am Ausgang hin zum Museum, war just zum Zeitpunkt unserer Begehung defekt. Und die Automaten unter der Rolltreppe vor dem Parkhaus sind weder von Menschen im Rollstuhl, noch von Menschen die, na sagen wir mal, unter 1,80 Meter „klein“ sind, gar nicht zu bedienen.

 

Die Behindertentoilette ist dort allerdings vorbildlich.

Auch diese Tür wird mit dem Euroschlüssel geöffnet werden und der Raum entspricht auch den vorgegebenen DIN Normen. Heißt, die Toilette ist groß genug, dass sich auch ein Mensch mit E-Rolli ohne Probleme dort bewegen kann.

Uns ist klar, dass nicht alle Barrieren zu beseitigen sind, aber wenn es uns gelingt, nur ein Teil barrierefreier zu machen und die Sicht in den Köpfen der Bauherren, Architekten und Planer, was barrierefreies Bauen betrifft, etwas realistischer werden zu lassen. Dann hätte sich der

Aufwand schon gelohnt. Oder, wie schon des Öfteren vorgeschlagen, setzt die Verantwortlichen für Gebäudeplanung einfach mal in einen Rollstuhl und lasst sie die Barrieren von Gebäuden, Straßen, Türen selber hautnah erleben, die Menschen mit Behinderungen jeden Tag, Wochen Monate, Jahre, ein lebenlang bewältigen müssen.

Dann, nur dann, glauben wir, werden die Verantwortlichen verstehen und erkennen können, was Barrieren für Menschen mit Behinderung, älteren Menschen, Eltern mit Kinderwagen usw., wirklich bedeuten.

 

 

Einschränkung der Lebensqualität!

Einschränkung der Teilhabe am Leben!

Ausgrenzung aus Bereichen des öffentlichen Lebens!

 

 

 

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